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August 2026

Dyson Airblade

Ein Blick auf die eigenen Hände


Ich fühle mich gesund und meistens fit. Nur vor dem Ganzkörperspiegel verneige ich mich morgens nicht mehr.

Die Verpflichtungen lassen mich rechtzeitig aufstehen. – Nicht Siebenschläfer mässig wie früher, aber noch ohne Herbeisehnen des Morgenlichts. – Der Morgen: Lüften, dehnen, Bio-Müesli, Sanddorn-Duschgel. Routinearbeit im Büro. Nach einer externen Sitzung ein gemeinsames Mittagessen beim Italiener in kleiner vertrauter Runde. Gespräche über die Kriege in der Welt und die örtlichen Stadtfinanzen. Ich bringe Wissen, Erfahrung und Humor ein. Als ich etwas ergänze, nickt der Berufseinsteiger. Eine, die auch silbergrau wäre, wenn da keine Farbe wäre, macht sich Notizen.

Kurz vor dem Aufbruch stehe ich, die Gedanken bereits bei den anstehenden Telefonaten, im Kellergeschoss am Dyson Airblade. Hände langsam auf und ab bewegen, empfiehlt die Anleitung an der Wand. Ich blicke zur Wanduhr, den Fuss schon für den nächsten Schritt bereit, und fühle den Luftstrom entlang meinen Händen. Jetzt zieht der Dyson meinen Blick in sein Inneres. «Wie Crêpe-Papier». Nur kurz, weil das Gerät ganze Arbeit leistet. Eine junge Juristin im Etuikleid streicht sich beim Vorbeihuschen eine Haarsträhne hinters Ohr und murmelt einen Abschied. Ich selbst verlasse den in warmen Farben gestrichenen Raum langsamer als üblich. Meine Augen schauen auf die hervortretenden Sehnen, die Fältchen auf dem Handrücken. Gehört das zu mir? Seit wann ist das so?

Nach Feierabend trete ich nach kurzem Zögern in die Drogerie an der Ecke. – «Was kann ich für Sie tun?» – «Eine nährende, zuverlässig straffende Handcrème, bitte.»

Nachts träume ich von Crêpe-Papier. Von Brombeerstauden, zärtlichen Händen, Aktenschachteln, Schneebällen. Und von einem Beipackzettel. «Das Produkt kann die Erinnerungen der behandelten Körperstellen beeinträchtigen.»

Am Morgen stelle ich die Tube hinten ins Gestell.

© 2026 ElisaRi

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